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Welche Möglichkeiten der Kinderbetreuung gibt es in Kärnten?

In Kärnten werden zahlreiche Formen der Kinderbetreuung angeboten. Das Land Kärnten unterstützt die Individualisierung der Förderung der Kinder. Die Träger der Einrichtungen können daher in Eigenverantwortung unter Berücksichtigung der tatsächlich vorhandenen Bedarfslage vor Ort entscheiden, welche Formen sie bereitstellen und welche Organisationsart für sie in Frage kommt. Grundsätzlich fördert das Land Kärnten alle außerschulischen Bildungseinrichtungen für Kinder, die regelmäßige Bildung, Erziehung und Betreuung für Kinder anbieten und die eine Bewilligung – entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen – für die Inbetriebnahme seitens der Landesregierung aufweisen können.
Ausgehend von einer zunehmenden Altersmischung haben sich in den letzten Jahren weitgehend die Grenzen der elementaren Bildungseinrichtungen aufgeweicht, so dass eine klare Grenzlinie zwischen den Institutionen kaum mehr gezogen werden kann. Prinzipiell fördert das Land Kärnten alle vorschulischen Bildungseinrichtungen sowie die außerschulische Nachmittagsbildung für Kinder, welche die im Kärntner Kinderbetreuungsgesetz vorgeschriebenen Organisationsstrukturen umsetzen.

Zahlreiche Eltern und Erziehungsberechtigte 1 sind, um eine bestmögliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf überhaupt gewährleisten zu können, auf das familienunterstützende Angebot in einer elementaren Bildungs- und Betreuungseinrichtung angewiesen.

Im Folgenden werden die in Kärnten anzutreffenden Formen der Kinderbetreuung näher dargestellt.

1In der Folgezeit wird der besseren Lesbarkeit wegen nur mehr der Begriff Eltern verwendet.


Kinderkrippe und Kindertagesstätte 2 :

Der Unterschied zwischen Kinderkrippe und Kindertagesstätte liegt hauptsächlich in der Zuordnung bezüglich des zugrundeliegenden Gesetzes. Während die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Kinderkrippe im Kärntner Kinderbetreuungsgesetz (KKBG) im Abschnitt „Kinderbetreuungseinrichtungen“ verankert sind, finden diese sich für die Kindertagesstätte im Kärntner Kinderbetreuungsgesetz unter Abschnitt „Tagesbetreuung“ . Beide Formen sind als vorschulische Einrichtungen definiert, in denen Kinder vorwiegend im Alter von ein bis drei Jahren zur regelmäßigen Bildung, Erziehung und Betreuung aufgenommen werden. Die Gruppengröße liegt zwischen zehn und fünfzehn Kinder und wird beeinflusst von der Altersstruktur der Kinder. Im Normalfall kann von zwei bis drei Fachkräften (entsprechend der Kinderanzahl) ausgegangen werden, die pro Gruppe zur Verfügung stehen.

2Da es keine wesentlichen Unterschiede zwischen einer Kinderkrippe und einer Kindertagesstätte gibt, wird im Folgenden einheitlich der Begriff „Kindertagesstätte“ verwendet.


Tagesmütter:

Durch das Angebot der Tagesbetreuung durch Tagesmütter/-väter erfahren die traditionellen vorschulischen Bildungseinrichtungen eine Erweiterung. Tagesmütter/-väter stellen im gesamten Sektor der elementaren Bildungseinrichtungen den flexibelsten Teil dar, was die Öffnungszeiten und den Betreuungsschlüssel betrifft. Die Eltern können während einer bestimmten Zeit des Tages ihr Kind in der Wohnung der/des Tagesmutter/-vaters bilden und betreuen lassen.


Kindergarten:

Der Kindergarten ist die am weitesten verbreitete Form hinsichtlich der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder im vorschulischen Bereich. Entsprechend dem Kärntner Kinder-betreuungsgesetz werden in dieser Bildungsinstitution Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Erreichung des schulpflichtigen Alters – längstens jedoch bis zum Beginn jenes Schuljahres, das der Vollendung des siebten Lebensjahres nachfolgt – gebildet und betreut. Die Eltern haben in Österreich keinen gesetzlich verankerten Anspruch auf einen Kindergartenplatz, dieser ist aber auch für Kinder nicht verbindlich, sieht man vom verpflichtenden Bildungsjahr im Kindergarten für Kinder im letzten Jahr vor dem Schuleintritt ab. Die Aufnahme in den Kindergarten erfolgt nur auf Antrag der Eltern. Aufgrund des recht hohen quantitativen Angebotes an Einrichtungen können die Eltern in den meisten Fällen für ihr Kind eine Institution nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen auswählen, wobei sie sich häufig für einen Kindergarten in Wohnortnähe entscheiden. In den Sonderpädagogischen (Heilpädagogischen) Kindergärten werden von speziell ausgebildeten Fachkräften Kinder gebildet und betreut, die auf Grund einer geistig und/oder körperlichen Behinderung und/oder psychosozialen Bedürftigkeit eine verstärkte Förderung benötigen. Des Weiteren besteht in Kärnten die Möglichkeit zur Integration von Kindern, die von einer Behinderung betroffen oder bedroht sind, in eine „Integrationsgruppe“ eines allgemeinen Kindergartens, wenn die entsprechenden institutionellen und personellen Voraussetzungen dafür vorhanden sind.

Formen vorschulischer Bildungs- und Betreuungseinrichtungen in Kärnten

Tagesmutter, -vater

Kinderkrippe,
Kindertagesstätte

Kindergarten

0- bis 15jährige Kinder,
max. bis zu sechs Kinder,
Betreuung im Haushalt der Tagesmutter, -vater
Kosten: ca. 2,2 Euro pro Stunde inkl. Verpflegung

1- bis 3-jährige Kinder,
max. 15 Kinder p. Gruppe,
1 Pädag. auf max. 5 Kinder, wenn diese unter 3 Jahren, Kosten: werden vom Träger festgelegt.

3- bis 6-jährige Kinder,
max. 25 Kinder p. Gruppe,
1 Pädag. und 1 HelferIn auf max. 25 Kinder,
Kosten: werden vom
Träger festgelegt.


In Kärnten gibt es je nach Bedarf die Möglichkeit, Kinder im Alter vom ersten Lebensjahr bis zum Ende der Schulpflicht in alterserweiterten Kinderbetreuungseinrichtungen bilden und betreuen zu lassen.