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Wie ist das Wahlrecht der Eltern hinsichtlich einer vorschulischen Bildungseinrichtung (Kindertagesstätte, Kindergarten) geregelt?

Da es laut Kärntner Kinderbetreuungsgesetz keinen Rechtsanspruch auf einen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsplatz seitens der Eltern gibt, können diese zwischen den Einrichtungen unterschiedlicher Träger wählen und dort ihre Wünsche äußern. Eine Ausnahme stellt lediglich das verpflichtende Bildungsjahr im Kindergarten für Kinder dar, die sich im letzten Jahr vor dem Schuleintritt befinden. Im Zusammenhang mit dem verpflichtenden Bildungsjahr im Kindergarten liegt es ebenfalls im freien Ermessen der Eltern, welchen Kindergarten im Sinne dieses Gesetzes ihr Kind besucht. Die Gemeinden müssen aber jenen Eltern, die in der Gemeinde ihren Hauptwohnsitz haben, einen Kindergartenplatz für ihr Kind zur Verfügung stellen, wenn die Eltern es wünschen.

Die Träger entscheiden somit in Eigenständigkeit, welche Form von vorschulischer Einrichtung sie anbieten, welchen Umfang die Öffnungszeiten haben und welcher Elternbeitrag für die erbrachten Leistungen zu entrichten ist. Aufgrund des freien Angebotes durch die Träger von vorschulischen Bildungseinrichtungen sollten die Eltern sich ausführlich informieren, welche Organisationsstruktur, Bildungsinhalte und grundlegende Wertsysteme die in die unmittelbare Wahl kommenden elementaren Bildungsinstitutionen anbieten. „Schnuppertage“ und Informationsgespräche mit den Pädagogen/-innen der Einrichtung sowie mit Eltern, deren Kinder diese bereits besuchen, können als wertvolle Hilfestellung bezüglich der Entscheidungsfindung angesehen werden. In größeren Städten und Gemeinden ist das Angebot recht vielfältig, so dass die Eltern tatsächlich zwischen mehreren unterschiedlichen Offerten wählen können. Für Einrichtungen mit besonderen pädagogischen Ausrichtungen (z.B. Montessori, Waldorf, Waldkindergarten usw.) müssen Eltern aber mitunter auf das überregionale Angebot zurückgreifen. Die Bereitstellung ausreichender, qualitativ hochwertiger elementarer Bildungsplätze liegt im Kompetenzbereich der Städte bzw. Gemeinden. Die Einflussnahme des Landes Kärnten ist diesbezüglich sehr begrenzt, da das Land als Träger einer elementaren Bildungseinrichtung nicht in Erscheinung tritt.