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Kann ein Kind mit einer Behinderung in einer elementaren Bildungseinrichtung aufgenommen werden?

Kinder mit einer Behinderung sollen bei Tagesmüttern, -vätern sowie in Kindertagesstätten und Kindergärten, wenn die Möglichkeit besteht, gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung gebildet und betreut werden. Voraussetzung dafür ist, dass in den jeweiligen Einrichtungen die benötigten (personellen, räumlichen und materiellen) Rahmenbedingungen für die Integration eines oder mehrerer behinderter Kinder vorhanden sind. Über die Aufnahme eines Kindes – egal in welche vorschulische Einrichtung – entscheidet im Regelfall der Träger der Einrichtung in Absprache mit den Eltern des Kindes und den zuständigen Kindergartenpädagogen/-innen bzw. Sonderkindergartenpädagogen/-innen und mobilen Psychologen/-innen.

Neben den Sonderkindergärten (Förderkindergärten) werden in Kärnten auch Integrationsgruppen in allgemeinen Kindergärten angeboten. Bei Integrationsgruppen ergeben sich somit zwei zentrale Zielvorstellungen. Zum einen sollen die Voraussetzungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Behinderung betroffenen oder bedrohten Kindern am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden, zum anderen sollen diese Kinder auch auf spezifische individuelle Fördermaßnahmen zurückgreifen können. Eine Vernetzung mit zusätzlichen Fachdiensten (z.B. Frühförderstellen der AVS) ist diesbezüglich sehr sinnvoll.

Eine „Einzelintegration“ liegt vor, wenn behinderte Kinder wöchentlich in stundenweiser Betreuung durch einen/eine Sonderkindergartenpädagogen/-in gefördert werden. Werden in einer Gruppe drei bis fünf behinderte Kinder gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern gebildet und betreut, spricht man von einer „Integrationsgruppe“. Des Weiteren unterstützt eine zusätzliche Fachkraft (meistens Sonderkindergartenpädagoge/-in) die erforderlichen vielfältigen Fördervorhaben der Pädagogen/-innen bei den behinderten Kindern.
Die Finanzierung erfolgt meistens über mehrere Stellen (z.B. Sozialreferat des Landes Kärnten). In Zusammenhang mit den behinderungsbedingten Kosten sind mit dem Land, den zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden und den Magistraten bzw. den Gemeinden im Rahmen der Sozialhilfe entsprechende Tagessätze zu vereinbaren. Die Einteilung der zugeordneten Sonderkindergartenpädagogen/-innen der AVS in den jeweiligen Gruppen erfolgt im April/Mai vor Beginn des Kindergartenjahres.

Da nicht alle Kindertagesstätten, Kindergärten und Tagesmütter/-väter integrationsgerechte Bildungs- und Betreuungsplätze anbieten, sehr unterschiedliche Förderprogramme vorliegen sowie komplexe, komplizierte Mischfinanzierungen der Regelfall sind, ist den Eltern schon frühzeitig mit den zuständigen Behörden ein Beratungsgespräch zu empfehlen, in dem die Bedürfnisse und Erwartungshaltungen aller Beteiligten Berücksichtigung finden sollten. Kann ein Träger von einer Einrichtung nicht die notwendigen Voraussetzungen für die Integration schaffen, ist es für Eltern nicht sinnvoll, die Aufnahme ihres behinderten Kindes zu erzwingen. Nur wenn alle Beteiligten gemeinsam einen Weg beschreiten, können Integrationsprozesse auch gelingen.